General

Die 15 besten Österreich Sehenswürdigkeiten, die du sehen musst

österreich sehenswürdigkeiten

Hallstatt an einem Augustnachmittag: Eine Reisegruppe schiebt sich durch die Gassen, ein zweiter Bus hält gerade am Parkplatz, und irgendwo zwischen Selfiesticks und Einkehrschildern höre ich eine Frau sagen: „Ich dachte, das wär hier ruhiger." Sie hat recht, und sie ist nicht die Einzige, die sich das denkt. Österreichs bekannteste Sehenswürdigkeiten haben ein Problem, das in kaum einer Liste steht: Sie sind an manchen Tagen so voll, dass man kaum mehr hinschauen kann.

Genau darum geht es hier nicht in erster Linie. Sondern um österreichische Sehenswürdigkeiten, die Sie tatsächlich besuchen wollen – mit dem Wissen, was sie kosten, wie viel Zeit Sie einplanen sollten und wann Sie besser nicht hinfahren. Nach vier Sommern quer durch die Republik, mit zwei Regenwochen im Zillertal, einer verpassten Seilbahn am Dachstein und drei Tagen, in denen ich in Hallstatt nach 40 Minuten wieder abgereist bin, habe ich eine ziemlich klare Meinung dazu, was sich lohnt – und was vor allem auf Postkarten gut aussieht.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die fünf meistgenannten Ziele – Hallstatt, Großglockner, Neuschwanstein-Blick, Salzburger Altstadt, Prater – sind nicht automatisch die schönsten. Sie sind die am besten vermarkteten.
  • Ein Tag am Großglockner kostet Sie mindestens 40 Euro Maut nur für die Straße. Planen Sie das ein, sonst wird es teuer.
  • Wer im Juli oder August nach Hallstatt fährt, sollte vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr dort sein. Alles dazwischen ist Gruppenrushhour.
  • Österreich ist klein genug für Kurztrips: Die meisten Highlights liegen maximal zwei Stunden Autofahrt auseinander.
  • Die schönsten Orte sind oft die zweitbekanntesten. Wer eine Liste nach Bekanntheit abarbeitet, verpasst die Hälfte.

Was muss man in Österreich unbedingt gesehen haben?

Die ehrliche Antwort: Es gibt keine Liste, die für alle passt. Aber es gibt vier Dinge, die Österreich in seiner Landschaft und Baukultur so zeigen, wie sie sonst nirgends zu finden sind – und zwar unabhängig davon, ob Sie Bergsteiger, Städtebummler oder einfach nur Kaffeehausliebhaber sind.

Die vier Dinge, die wirklich zählen

  1. Die Wiener Innenstadt – nicht der Stephansdom allein, sondern die Tatsache, dass Sie auf einem Quadratkilometer vom Kaiserreich über die Secession bis zum Kaffeehaus alles finden. Ich habe in Wien einmal drei Tage lang kein einziges Taxi gebraucht.
  2. Die Hohen Tauern – weil Sie hier den Unterschied zwischen „Berg" und „Hochgebirge" verstehen. Die Großglockner Hochalpenstraße ist keine Straße, sie ist ein 48 Kilometer langer Aussichtspunkt.
  3. Ein echter See in Kärnten oder im Salzkammergut – nicht als Fotoobjekt, sondern zum Reinspringen. Wörthersee, Wolfgangsee, Weißensee: alle drei sind kalt, alle drei sind wunderschön.
  4. Die Salzburger Altstadt – die einzige Stadt in Österreich, in der die UNESCO-Welterbe-Liste und ein funktionierender Alltag sich nicht gegenseitig stören.

Was ich dagegen nicht mehr empfehlen würde: eine reine Städtereise durch Wien, Graz und Linz in einer Woche. Sie sehen drei Bahnhöfe und ein bisschen Kopfsteinpflaster und erinnern sich an nichts Konkretes. Lieber eine Stadt richtig.

Welche sind die Top-Sehenswürdigkeiten in Österreich?

Ich habe die bekanntesten Ziele nach drei Kriterien sortiert, die in den üblichen Ranglisten fehlen: Was kostet der Eintritt wirklich? Wie viel Zeit brauche ich vor Ort? Wann ist der beste Monat? Die Antworten überraschen manchmal.

Sehenswürdigkeit Bundesland Kosten (ca.) Zeit vor Ort Bester Monat
Schloss Schönbrunn Wien 25–30 € (Grand Tour) 3–4 Stunden Mai, September
Großglockner Hochalpenstraße Salzburg/Kärnten 40–45 € Maut Halber Tag Juni, September
Hallstatt Oberösterreich kostenlos (Salzbergwerk ca. 30 €) 2 Stunden (mehr wird schwer) Oktober
Salzburger Altstadt Salzburg kostenlos Ganzer Tag April, Oktober
Krimmler Wasserfälle Salzburg ca. 5 € Eintritt Wege 2–3 Stunden Juni
Swarovski Kristallwelten Tirol ca. 25 € 2 Stunden ganzjährig
Wachau (Dürnstein, Melk) Niederösterreich Stift Melk ca. 15 € 1 Tag September (Weinlese)

Was hinter diesen Zahlen steckt

Schönbrunn ist der Klassiker, der tatsächlich hält, was er verspricht – aber nur, wenn Sie vorher online buchen. Ich habe einmal 70 Minuten in der Schlange gestanden, weil ich dachte, „unter der Woche geht das schon". Es geht nicht. Die Grand Tour durch die Prunkräume ist großartig, der Garten ohnehin kostenlos, und der beste Trick ist, den Garten am Abend zu besuchen: Die Gloriette ist dann fast leer, und die Aussicht über Wien ist besser als die Aussicht aus den Prunkräumen.

Die Großglockner Hochalpenstraße ist ein Sonderfall. Die Maut ist happig, die Strecke ist an Schönwettertagen voll, und wenn Wolken aufziehen, sehen Sie nichts außer Nebel. Andererseits: Wo sonst fahren Sie auf über 2.500 Meter und haben dabei einen Gletscher im Blick? Ich bin einmal bei 8 Grad und Regen hochgefahren und war trotzdem begeistert – aber nur, weil ich eine Jacke dabei hatte.

Welcher Ort in Österreich ist am schönsten?

Die Frage höre ich oft, und die Antwort ist immer die gleiche: Es kommt darauf an, was Sie suchen. Aber wenn ich mich festlegen müsste, würde ich drei Orte nennen, die bei den meisten Leuten sofort hängenbleiben – und keinen davon ist Hallstatt.

Der See, der alles schlägt

Der Weißensee in Kärnten ist der schönste Ort, an dem ich in Österreich je war. Warum? Weil er nicht überlaufen ist, weil das Wasser so klar ist, dass Sie den Grund sehen, und weil die umliegenden Dörfer aussehen, als hätte jemand sie absichtlich dortgelassen. Der Haken: Die Wassertemperatur erreicht im Hochsommer kaum 22 Grad. Wer Kälte hasst, wird nicht glücklich. Wer sie aushält, findet ein Fleckchen Österreich, das in keinem Instagram-Feed auftaucht.

Die Stadt, die unterschätzt wird

Graz wird von Wien und Salzburg überschattet, und das ist ein Fehler. Die Altstadt ist UNESCO-Welterbe, das Kunsthaus ist einen Besuch wert, und der Schlossberg bietet eine Aussicht, die Sie in Wien nicht haben: Sie sehen tatsächlich die Stadt und nicht nur die nächste Fassade. Ich habe in Graz zwei Tage verbracht und hätte problemlos eine Woche bleiben können.

Das Tal, das man unterschätzt

Das Ötztal in Tirol hat den Ruf, teuer und überlaufen zu sein. Stimmt teilweise. Aber wenn Sie im September fahren, sind die Wanderwege leer und die Preise fallen um 20 bis 30 Prozent gegenüber Juli. Das ist die Art von Rechnung, die in keinem Reiseführer steht.

Welche schönen Kurztrips gibt es in Österreich?

Österreich ist für Wochenendtrips fast zu gut geeignet. Die meisten Ziele liegen so nah beieinander, dass Sie in zwei Tagen mehr sehen als in einer Woche anderswo. Drei Routen, die ich selbst gefahren bin und weiterempfehlen würde:

  • Wien → Wachau → Melk (ein Wochenende). Bahn bis Krems, dann mit dem Schiff durch die Weinberge. Gemütlich, günstig, kein Auto nötig.
  • Salzburg → Salzkammergut → Hallstatt (zwei Tage). Früh losfahren ist Pflicht. Wenn Sie in Hallstatt um sieben Uhr morgens sind, gehört der Ort Ihnen fast allein.
  • Innsbruck → Zillertal → Achensee (zwei bis drei Tage). Die Straße über den Achenpass nach Bayern ist einer der schönsten Abschnitte der Alpen.

Die Falle bei Kurztrips

Man plant zu viel. Ich habe einmal versucht, an einem Wochenende Wien, den Neusiedler See und Graz zu machen. Ergebnis: fünf Stunden Autobahn, zwei Stunden tatsächlich etwas gesehen. Seitdem gilt bei mir die Regel: maximal 200 Kilometer pro Tag. Alles darüber ist keine Reise mehr, sondern ein Transportproblem.

Und was heißt das jetzt konkret?

Die schönsten Sehenswürdigkeiten Österreichs sind nicht die mit den meisten Bewertungen. Sie sind die, bei denen Sie Zeit haben, hinzuschauen – und das geht fast überall, wenn Sie den richtigen Monat, die richtige Uhrzeit und ein bisschen Geduld mitbringen.

Wer in Hallstatt um acht Uhr morgens am See steht und den Nebel über dem Wasser sieht, versteht plötzlich, warum so viele Menschen dorthin wollen. Und wer um drei Uhr nachmittags ankommt, versteht, warum manche enttäuscht wieder wegfahren. Es liegt nicht am Ort. Es liegt am Zeitpunkt.

Wenn Sie also eine Liste abarbeiten wollen, tun Sie es – aber suchen Sie sich für jeden Punkt einen Moment aus, in dem der Ort Ihnen allein gehört, oder zumindest fast. Das ist der einzige Reisetipp, der bei jeder Sehenswürdigkeit in Österreich funktioniert, egal ob Sie an einem See stehen, auf einem Berg oder in einer Kirche.

Teilen:
Charlotte Richter

Charlotte Richter

Charlotte Richter arbeitet seit über zehn Jahren als Journalistin mit den Schwerpunkten Finanzen, Immobilien, Mode und Geschäftsfrauen.

Alle Artikel ansehen